Ich hake hier einfach nochmal ein.
Hier ist das, meiner Meinung nach, kaum möglich, weil der Staat seine Abgaben in Geld will.
Ein Staat verlangt meist irgendwelche Leistungen von seinen Bürgern. Heutige Staaten mögen Geld, weil sie viele Steuern erheben, wenn (sein) Geld fließt. Früher gab es Zollposten, die Wagen kontrollierten und einen Zoll in Naturalien behielten. Das hat sich dann langsam gewandelt hin zum heutigen weitgehend elektronisch basierten, bankkontrollierten Geldsystem, bei dem der Staat mehr und mehr direkt "sehen" konnte, was eigentlich umgesetzt wird. Das findet der Staat ja toll, weil ihn da viel weniger Leute betrügen können, indem sie falschen Angabe zu Barumsätzen machen. Deswegen hat der Staat auch früher wohl schon möglichst zu seinem Geld gedrängt, denn wenn die Bürger Geld brauchen um Steuern an den Staat zu zahlen müssen sie es ja auch irgendwo herbekommen. Und wer in Geld handelt, statt direkt zu tauschen, der ist viel einfacher zu besteuern, weil es dann schon einen vergleichbaren Wert gibt, der von den Tauschenden selbst bestimmt wurde.
Vielleicht kann man wenn man dieses System ablehnt das dann einfach etwas ausblenden und dem Kaiser geben, was des Kaisers ist und ansonsten wirtschaften und handeln wie es einem besser zusagt? Heutige Kritiker des Geldsystems vergessen halt oft, daß heute Geld so selbstverständlich geworden ist, daß andere Tauschsysteme fast schon faktische Denkmalschutzprivilegien einnehmen. Hier sind Räume entstanden steuerfrei zu wirtschaften, die es früher nicht unbedingt gab.
Zitat:
Eine reine einfache direkte Tauschwirtschaft ist nur auf wesentlich niedrigerem Niveau möglich.
Das ist die Frage.
Zitat:
Denn diese hochentwickelten Sachen können nur in komplizierten Systemen geschaffen werden, die ohne Geld, oder ähnlichen Werten, nicht funktionieren.
Also ich glaube, daß soetwas mit entsprechenden kulturellen Hintergrund auch ohne irgendein Tauschsystem funktionieren kann.
Zitat:
Das Geld selber, als Universal-Tauschwert, finde ich nicht schlecht. Z.B. was mache ich, wenn ich Brot will, aber der Bäcker will Fleisch oder Salz, ich habe das aber nicht, sondern andere Leistungen?
Ein Anbieter wird auch in einem Naturaltauschsystem nur wettbewerbsfähig sein, wenn er genügend flexibel ist (oder z.B. ein Monopol hat). Es wäre also in seinem Interesse Brot umzusetzen. Seine Lieferanten würde er wohl auch vertraglich binden? Und die könnten theoretisch wohl auch so einiges brauchen. Dann dürfte es wohl sowas wie einen Markt geben, auf dem man auch tauscht, was man nicht so braucht (ein Schritt den man mit Geld spart).
Zitat:
Alle Supermärkte, Einkaufszentren und die meisten Geschäfte, auch Banken, waren tagelang zu. Die Kassen, Türen, Kühlanlagen usw. gingen nicht mehr. Kaum natürliches Licht, die Geschäfte waren dunkel.
Die großen Ketten haben ja ohne Scanner gar nicht mehr die zentral erstellten Preise. Die Schilder im Markt sind ja nicht mehr ausschlaggebend und hier und da auch falsch.