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Autor Nachricht
haggard
(Autistenbereich)

geändert von: haggard - 10.06.10, 12:12:31

wenn ihr beide nicht wisst, woher dieser neid kommt, wie könnt ihr euch dann so sicher sein, dass es neid sei?

eltern reagieren unterschiedlich gegenüber ihren unterschiedlich geborenen kindern - also bezüglich der reihenfolge. die ersten werden "überbehütet" und dürfen nichts, auch kein "bier trinken".;) mit 16 jahren musste ich zu hause sein, wenn draußen die laternen eingeschaltet wurden... da das von beginn an eine regel war, hatte ich danach (nach 16) auch nicht mehr gefragt, ob ich im winter vielleicht auch mal länger als 18 uhr draußen bleiben dürfte.
bei den mittleren kindern ist das schon viel lockerer. die eltern haben erlebt, dass beim ersten kind keine katastrophen eintreten. die mittleren bzw. jüngeren verspüren scheinbar auch den drang alles das tun zu können und zu dürfen, was ihre älteren geschwister (egal wie groß der altersunterschied ist) tun und dürfen. das setzen sie in die tat um. und das kann die erstgeborenen ziemlich frustrieren. aber als neid würde ich das nicht bezeichnen. vor allem, wenn dann auch noch die jüngeren geschwister mit vorwürfen an die erstgeborenen herantreten, von wegen sie hätten auch all das tun dürfen. das war nämlich nicht so. doch den jüngeren erscheint das wohl so - denn sie dürfen schließlich dinge in einem alter, in dem die erstgeborenen das ganz sicher nicht durften. aber davon wissen die jüngeren nichts. oft scheinen sie sich benachteiligt zu fühlen. warum auch immer.

die letzten "dürfen alles"... insbesondere, wenn das zuletztgeborene kind bei der geburt des letzten kindes sich im jugendlichen alter oder darüber hinaus befindet.

am beispiel meiner familie:
ich durfte nicht einfach so die wohnung verlassen.
die zweitgeborene ging einfach - und das war in ordnung. ging ich auch einfach, wurde ich angeschrien oder musste mich hinterher rechtfertigen. erhielt ich die erlaubnis, musste ich die zweitgeborene überall hin mitnehmen. als später die eltern erkannten, dass ich irgendwie auch so gar keine sozialkontakte zu gleichaltrigen hatte, fragten sie die zweitgeborene freundlich, ob sie mich nicht mal mitnehmen könne mit ihren freunden. NEIN. das ist ihr leben. ich soll mir selber freunde suchen. witzig. "ihre freunde" waren zuvor die personen, die sich mit mir beschäftigt hatten...
der letztgeborene verließ als kleinkind bereits eigenständig die wohnung ohne zu fragen. da regte sich niemand auf. der letztgeborene konsumierte als jugendlicher alkohol - interessierte scheinbar niemanden. als jugendlicher durfte er auch nachts fortbleiben. alles kein problem...
10.06.10, 11:57:33
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starke Dame
(Angehörigenbereich)

Ok, vielleicht lag es daran, dass bei Dir Azrael, die zweitgeborene und der letztgeborene keine Autisten sind?

Ich habe den Vorsatz meinen Sohn zur Selbstständigkeit zu erziehen, d.h., er wird von mir altersgerecht behandelt.

Im Moment muss er nicht zwingend an meiner Hand gehen, wenn wir auf dem Bürgersteig an einer Straße entlang gehen. Zwar muss er beim Warten vor der Ampel wieder an die Hand, darf aber sonst recht frei laufen.

Das gibt zwar für alle umstehenden manchmal ein komisches Bild ab, da ich natürlich dann manchmal mit dem Geschwisterwagen losspurte und den Kinderwagen in Prinzip dazu benutze den Weg zur Strasse zu versperren.

Mittlerweile hat er es ganz gut herausgefunden, dass er auf den Bürgersteig gehen soll, leider klappt es noch nicht, wenn eine Straße kommt, er würde rüber rennen. Genauso würde er bei einer Ampel auch rennen, sobald einer grün kriegt, also kriegen die Autos grün muss ich aufpassen, da kann es passieren, das er lauf sagt und weg ist.

Wahrscheinlich hätte man Dich wirklich besser auch mal alleine losziehen lassen sollen. Deine Eltern hätten ja vielleicht heimlich beobachten können wo Du hin gehst und hätten dann immer noch entscheiden können, geht es oder nicht.

Ich stelle bei vielen Eltern von autistischen Kindern eine Überbehütung fest, das kann die natürlich Entwicklung außerordenltich hemmen.
10.06.10, 12:55:58
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

geändert von: 55555 - 10.06.10, 13:29:49

Oder sie verbieten vieles, wobei die NA dann dagegen rebellieren und sich nicht dran halten, die Autisten aber teilweise schon?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
10.06.10, 13:29:11
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starke Dame
(Angehörigenbereich)

5, ich glaube nicht das es immer mit mangelnder Rebellion zu tun hat, denn A geht raus, wenn es unlogisch ist, dass er als einziger nicht raus darf.

Vielmehr ist es so, das NA denkt, A ist zu hilflos um alleine raus gehen zu können.

Deswegen meinte ich, das diese Überbehütung die natürliche Entwicklung hemmt.
10.06.10, 19:14:25
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Auch das mag oft so sein.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
10.06.10, 20:20:46
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Hans
(Autistenbereich)

Man könnte auch sagen der Co-Autist kann sich aber auch vom Autisten was abschauen,
nicht immer nur die Autisten von den NA´s.
Wenn ich zurückdenke, an was ich mich oft gehalten habe:
Mir wurde gesagt, ich dürfe nicht über eine Brücke gehen.
Gemeint war, daß ich mich nicht auf der anderen Seite des Baches aufhalten darf.
Ich hatte es anders, eben wörtlich, verstanden und bin immer unter der Brücke
durchs Wasser gewatet, um dort drüben zu sein.
Ich habe dann wegen der nassen Klamotten doch wieder geschimpft bekommen.
Also geschimpft bekommen, obwohl/weil man ein Verbot beachtet hat,
das empfand ich als besonders schlimm.
10.06.10, 23:27:37
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Bicycle
(Autistenbereich)

azrael, er hätte aber wirklich alles bekommen, was ich auch bekommen hätte.

Ich weiß das es Neid ist, weil Neid eine Frequenz ausstrahlt, die man von allen anderen Sachen unterscheiden kann.

Ich kann mich z.B. gut daran erinnern, dass er mit 13 Jahren gesagt hatte "Bier will ich nicht". Wieso hält er mir es dann paar Jahre später vor, dass er damals keins bekommen hat, obwohls ihn einfach nicht geschmeckt hat?!

Er durfte sobald er gefragt hatte, auch länger raus. Ich hab es auch erst nach fragen gedurft.
Bzw. ich sags mal so. Ich habs einfach gemacht und danach den Anschiss kassiert, aber kommt indirekt aufs gleiche raus.

Nach fragen durfte er alles genauso machen, wie ich paar Jahre später mit den gleichen Alter. Aber er hat immer gemeint er durfte das nicht.


Er hat soviel und doch wieder nichts.
Ich glaub das triffts gut.

Abgesehn davon das er mir viel zu viel redet.

Hans, das erinnert mich an was.
Meine Mutter hat immer gesagt, wenn ich Gummistiefel angezogen hab "Geh aber nicht zu Nahe an den Bach" und bin dann immer vom Weiher aus in den Bach gestiegen, so konnte ich den Bachrand, wo ich scheinbar nicht hin durfte, umgehen.
Sie meinte allerdings das ich nicht zu Nahe an Bach geh, dass ich nicht Nass werd.
10.06.10, 23:48:23
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drvaust
(Autistenbereich)

Azrael hat einen Teil des Problems richtig erklärt.
Unter Geschwistern gibt es immer Rivalität. Gerecht ist, wenn ich nicht weniger bekomme (möglichst mehr).
Bei uns kam noch der große Altersunterschied dazu.
Ich, als der Ältere, mußte vernünftig sein. Wenn wir uns stritten, war ich dran schuld, weil ich ja vernünftiger sein mußte, und der Kleine nutzte das aus.
Ich mußte mich manchmal um meinen Bruder kümmern, aber der ließ sich von mir nichts sagen.
Mein Bruder versuchte oft, mich zu übertreffen. Manchmal schaffte er das sogar.
Wenn wir zusammen etwas anstellten, vertrugen wir uns gut.

Das hatte nichts mit Autismus zu tun.
11.06.10, 02:21:00
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Bicycle
(Autistenbereich)

Stimmt das hat nichts mit Autismus zu tun, weil das bei allen Geschwistern so ist.
Aber ich musste, wenn er auf mich aufgepasst hat, immer auf ihn hören. Ich konnte gar nicht anders, wenn ich nur ein was nicht befolgt hätte, dann hätte er mich geschlagen oder hätte es meiner Mutter gepetzt.
Wenn wir uns geschlagen haben, hat er meistens gepetzt, obwohl er angefangen hat.

Naja gut, tut hier nichts zur Sache.

Was ich damit sagen wollte:
Ich hab nie wirklich richtig viel mit mein Bruder gemacht, weil ich ihn nicht richtig verstanden hab und somit haben wir uns eigentlich immer nur geärgert.
11.06.10, 10:41:44
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Mama
(stillgelegt)

Vielleicht wirkt auf mich Manches bei meinen Kindern so extrem, da ich selber keine Geschwister habe.

[Wegen diversen Regelverstößen und Vandalismus einschließlich Mißbrauch des Gastzugangs bei bereits früher vorgekommener Sperrung bis auf Weiteres gesperrt, mfg [55555]]
11.06.10, 10:47:29
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starke Dame
(Angehörigenbereich)

Bicycle,

es widerspricht elterlichen Aufgaben, dass die eigenen Kinder gegenüber Fürsorgepflichten wahrzunehmen haben.

Ich bin ein absoluter Gegner, wenn es heißt, die großen erziehen die kleinen. Das hat nichts mehr mit dem zu tun warum eine paar dazu entscheidet Eltern zu werden.

Bei uns passiert es höchstens Mal, wenn ich in der Nähe bin und gerade das Essen aus den Backofen hole, dass die kleinen mal kurz unter Aufsicht der großen sind, da ist aber nur Einschreiten nötig, wenn sie sich drohen zu verletzen. Ansonsten lass ich sie sich hier ja auch sich frei bewegen. Wenn hier und da mal statt nur zu spielen wieder 10 Spiele verstreut und ausgekippt über den Boden liegen, räum ich halt gemeinsam mit meinem 3-jährigen auf und es ist dann eher meine Schuld, da ich nicht aufgepasst habe.

Klar bin ich nicht begeistert, wenn er den Kleiderschrank ausräumt, dann schimpfe ich auch, da es sich hier um eine generelle Regl handelt. Aber ansonsten Leben und leben lassen und die großen und kleinen Kinder sind Kinder und keine Aufsichtspersonen.
11.06.10, 10:50:08
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Mama
(stillgelegt)

Mein Sohn war und ist immer sehr stolz, wenn er seine kleine Schwester beaufsichtigen darf. Und meine Tochter nimmt ihn immer als großen Bruder dann an. Da gibt es dann auch keinen Streit.

[Wegen diversen Regelverstößen und Vandalismus einschließlich Mißbrauch des Gastzugangs bei bereits früher vorgekommener Sperrung bis auf Weiteres gesperrt, mfg [55555]]
11.06.10, 10:59:00
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