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Geschrieben von: haggard am: 29.03.10, 12:16:53
ich besitze bei dieser konstruktion das gleiche problem wie feder. denn: wie kann ein missverständnis bewusst/absichtlich herbeigeführt werden? das ist an sich absurd.


Geschrieben von: anne1 am: 29.03.10, 12:29:16
"gewolltes Mißverständnis":
ich will Dich anlügen,
aber hinterher nicht dafür angeklagt werden.
Also drücke ich mich absichtlich so unklar aus,
daß ich im Wortsinne nicht gelogen habe,
aber Du meine Worte so verstehst, als hätte ich gelogen.

Und falls man mir anschließend Vorwürfe macht, sage ich, "was kann ich dafür, wenn ich falsch verstanden werde?"

Solche Leute gibt es.
Gruß, anne


Geschrieben von: haggard am: 29.03.10, 12:51:50
wenn es solche leute geben soll, warum machen andere aus einem "ich" ein "du"? woher wird diese sicherheit genommen zu wissen, ob sich ein anderer mensch absichtlich in dieser form verhält - oder nicht?

wie kann über andere menschen behauptet werden:
du willst mich anlügen.

wie wird mit solchen menschen umgegangen (beiderlei)?


Geschrieben von: drvaust am: 30.03.10, 00:08:56
Azrael, kannst Du bitte deutlicher erklären, was Du meinst?
Ich verstehe Dein Anliegen und Deine Fragen nicht richtig.

Stört Dich, daß anderen eine Lüge unterstellt wird, oder meinst Du das rhetorisch?

Absichtliche Mißverständnisse kommen besonders bei Mobbing vor,
da läßt man jemand dadurch dumm dastehen. Das ist eine fiese Art, jemand hereinzulegen.
Oder das Beispiel von anne1.


Geschrieben von: haggard am: 30.03.10, 00:24:49
wenn ein "böswilliges missverständnis" eigentlich eine lüge ist, warum wird das dann "missverständnis" genannt?
persönlich bin ich der meinung, dass ein missverständnis etwas grundsätzlich anderes als eine lüge ist.

besitze diesbezüglich wohl eine massive denkblockade bzw. komme über das wortwörtliche nicht hinaus.


Geschrieben von: an3010 am: 30.03.10, 07:45:48
Jemanden miss - also falsch verstehen kann ich nur ,wenn ich das ,was er mir gesagt hat , nicht so verstanden habe,wie er es gemeint hat.
Das muß nicht nur eine Lüge sein, sondern auch vielleicht Unkenntnis über einen Sachverhalt oder Unvermögen,sich richtig auszudrücken.


Geschrieben von: Miss am: 30.03.10, 09:37:23
wenn ich aus einer mir nicht bewusster unkenntnis oder unvermögen ein missverständnis auslöse, dann geschieht dies nicht gewollt und nicht böswillig. nämlich wenn ich davon ausgehe, dass ich recht informiert bin.

wenn ich allerdings weiss, dass ich z.b. über sachlage ungenügend informiert bin und dennoch etwas dazu sage, so dass aufgrunddessen ein missverständnis entstehen kann, so ist das meiner ansicht nach auch böswillig, denn ich hätte meinem gegenüber ja bescheid sagen können, dass er meine info mit vorsicht genießen soll, weil mir womöglich wichtige infos fehlen.

ich meinte nicht: missverständnis = lüge
sondern: gewollt herbeigeführtes missverständnis = lüge


Geschrieben von: feder am: 30.03.10, 10:42:52
Ich verstehe es auch immer noch nicht.

Ein Missverständnis ist für mich etwas das passiert, wenn der Empfänger etwas anderes verstand, als der Sender eigentlich ausdrücken wollte.

Wenn jemand auf eine allfällige Unkenntnis nicht aufmerksam macht und deswegen Falschinformationen geglaubt werden, dann würde ich das nicht als Missverständnis bezeichnen.


Geschrieben von: drvaust am: 31.03.10, 03:19:32
Wenn der Empfänger einer Information diese falsch versteht, ist das von seiner Seite ein Mißverständnis.
Wenn aber der Sender dieser Information diese absichtlich so formuliert, daß der Empfänger diese falsch versteht,
dann hat er böswillig den Empfänger getäuscht. Von seiner Seite ist das eine vorsätzliche Täuschung.
Also eine Täuschung (vom Sender), die ein Mißverständnis (beim Empfänger) bewirkt.

Ob das wirklich ein Mißverständnis ist, ist eine Frage des Standpunktes. Der Empfänger versteht das ja so,
wie der Sender das beabsichtigt. Aber der Sender kann behaupten, daß er falsch verstanden wurde.
Vielleicht ein vorgetäuschtes Mißverständnis, kein echtes.


Geschrieben von: haggard am: 31.03.10, 10:13:16
und woher meint eine vermeintlich getäuschte person zu wissen, dass sie ganz sicher getäuscht worden wäre im sinne von - missverständnis ? ich finde das irgendwie schwachsinnig. das ergibt für mich keinen sinn. das ist ähnlich seltsam wie das, was sich andere menschen über die beweggründe autistischen verhaltens ausdenken. solches besitzt in der regel keinen realitätsbezug. dennoch wird es als wahrheit dargestellt.


Geschrieben von: drvaust am: 01.04.10, 01:27:40
Azrael, worum geht es Dir? Wie meinst Du das?

Natürlich weiß man oft nicht, ob man getäuscht wurde oder etwas falsch verstanden hat.
Das ist das fiese an solchen Täuschungen, man zweifelt an der eigenen Erkenntnis,
wird unsicher, verliert Selbstvertrauen. Damit kann jemand kaputt gespielt werden,
typisch bei Mobbing.


Geschrieben von: 55555 am: 01.04.10, 11:19:25
Auf der Erzeugung vopn Unklarheit beruhen ja wesentliche Teile des üblichen NA-(Nicht)kommunikationssystems. Insofern deuten die das wohl nicht unbedingt als verwerflich, sondern im Gegenteil wohl noch als anständig und wohlerzogen.