02.01.16, 16:07:49
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Achtung, der Autor bewegt sich straff und offenbar ohne echtes Problembewußtsein diesbezüglich im längst widerlegten medizinischen Behinderungsmodell:
Zitat:
Wahrscheinlich lässt sich keine produktivere Prämisse für die Emergenz wirklich neuer Beziehungen zwischen den Dingen der Welt und unserer Körpern vorstellen als eben eine Behinderung – und diese Vermutung scheint mit der neuen Faszination der Special Olympics zu konvergieren. Vielleicht stehen wir also erst am Beginn der Entfaltung eines noch kaum bekannten Zusammenhangs zwischen Behinderung und Genie – eines Zusammenhangs im romantischen Sinn eben.
Quelle
03.01.16, 16:36:27
Fundevogel
Erinnert mich an den angebeteten Film "Gold" von den Paralympics.
Darin wird bewundert, wie eine gelähmte Schwimmerin, ein blinder Läufer und ein beinloser Radfahrer körperschindend zu Höchstleistungen auflaufen.
Mich hat an diesem Film erschreckt, wie "traumatisiert" diese Sportler bis zur völligen Verausgabung versuchten zu beweisen, trotz ihres Andersseins noch einen Platz in dieser Gesellschaft zu haben oder vor sich selbst bestehen zu können.
Angeekelt hat mich, dass bei einer großen Veranstaltung der Behindertenverbände nach der Vorführung des Films allgemeine Bewunderung vorherrschte und niemand in der Lage war zu erkennen, dass solche sportlichen Leistungen aus einem enormen Trauma behinderter Menschen erwächst, durch völlige Verausgabung und Spätschäden Anerkennung heischen zu müssen und Applaus zu bekommen.
Entspringt das enorm angestiegende Interesse am "Behindertensport" und der Applaus für "Behindertenleistungen" der Hochachtung für die Leistung oder eher der Angst der "gesunden" immer älter werdenden und deshalb mehr und mehr behinderten Allgemeinheit, ihre Daseinsberechtigung vielleicht auch irgendwann in Kürze einmal beweisen zu müssen?
03.01.16, 19:55:49
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Ich würde es nicht darauf beschränken. Andersartigkeit bringt seltene Perspektiven mit sich.